Mediation, Konfliktmanagement und außergerichtliche Streitbeilegung

Close-up image of a firm handshake between two colleagues in the office.

Mediation ist eine Form der außergerichtlichen Streitbeilegung (ADR). Was ist eigentlich Mediation? Welche Kompetenzen hat ein Mediator?

„Mediation ist ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mit Hilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben“, heißt es in § 1  Absatz 1 des Mediationsgesetzes.

Mit anderen Worten: Wer einen Konflikt klären will, trifft sich nicht vor Gericht und lässt den Richter in einem Urteil entscheiden, sondern er klärt den Konflikt eigenverantwortlich in einem angeleiteten Verfahren.

Mediation…oder wie man eine Orange teilt

Der Vorteil besteht darin: Wer sich vor Gericht streitet, zerstört dadurch häufig die Möglichkeit der künftigen Zusammenarbeit mit dem „Gegner“ bzw. die Beziehung auf der persönlichen Ebene. Bei einer Mediation kann im Gegensatz dazu durch die Konfliktklärung die Beziehung auf der persönlichen Ebene bzw. die berufliche Zusammenarbeit auf ein danach verbessertes Niveau gestelt werden. Beide Seiten sind dann Gewinner des Mediationsverfahrens.

Wenn sich Erik und Iris um eine Orange streiten, würde der Richter die Orange in zwei Hälften teilen. Eine schlechte Entscheidung – denn eigentlich will Erik den Saft der Orange auspressen, während Iris die Orangenschale zum Backen benutzen will. Die Lösung der Mediation: Erik presst die Orange aus und gibt Iris die ausgespresste Orange. So erhält Erik 100% des Orangesafts und Iris erhält 100% der Schale. Das findet der Mediator bzw. die Mediatorin heraus, wenn in dem Mediationsverfahren herausgearbeitet wird, welche Interessen Erik und Iris mit ihrem Wunsch nach der Orange eigentlich verfolgen. Klassischer Weise werden dagegen vor Gericht Positionen geltend gemacht – es geht darum, Anprüche durchzusetzen. Dagegen wird in einem gerichtlichen Verfahren der Fokus nicht auf die dahinterstehenden Interessen – warum die Ansprüche überhaupt durchgesetzt werden sollen – gesetzt.

Wirtschaftsmediation

Mediatoren haben besondere Kompetenzen in einer Mediationsausbildung erworben. Wirtschaftsmediation setzt Zusatzkenntnisse voraus, die ebenfalls in einer besonderen Ausbildung erlernt werden. Mit Wirtschaftsmediation werden zum Beispiel folgende Konflikte gelöst:

  • Auseinandersetzungen im Internet und andere medienrechtlichen Konflikte
  • Auseinandersetzungen zwischen Geschäftspartnern, Firmen, Streitigkeiten in der Medienbranche
  • Konflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern

außergerichtliche Streitbeilegung, Konfliktmanagement

Mediatoren können ihr Wissen auch bei außergerichtlichen Verhandlungen und anderen Formen außergerichtlicher Streitbeilegung für Sie einsetzen.